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TERROR UND
SEINE FOLGEN

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Mali galt bis zum Militärputsch im Jahr 2012 politisch und aufgrund regelmäßiger Wahlen als hoffnungsvolles Beispiel einer gelungenen Demokratisierung. Der Konflikt im Norden hat seine Krisenanfälligkeit aber deutlich zum Ausdruck gebracht. Das Land leidet bis heute vor allem unter der ausgeprägte Korruption in Regierung, Wirtschaft, bei den Sicherheitskräften und im Gesundheitswesen. So ist es bis heute eines der ärmsten und am wenigsten entwickelten Länder der Welt.

Der Krieg im Norden begann im Jahr 2012 und ging zunächst von der MNLA, einem Sammelbecken verschiedener Tuareg-Gruppen aus. Viele ihrer militärisch gut ausgebildeten Kämpfer kehrten mit schweren Waffen aus Libyen zurück und eröffneten den Terror im Norden von Mali. Innerhalb kurzer Zeit brach die politische und militärische Staatsmacht zusammen. Nicht zuletzt deshalb, weil viele Tuaregs in der malischen Armee zu den Rebellen überliefen und große Mengen an Ausrüstung und Waffen mitnahmen, welche die USA der malischen Armee zur Verfügung gestellt hatte. Von Anfang an waren bei der Rebellion eine bedeutende Anzahl von Kämpfern der islamistischen Organisationen MUJAO, al-Qaida und Ansar Dine beteiligt. Diese Islamisten verfolgten immer ihre speziellen Ziele und begannen schon im Juni 2012 die Tuaregs zu bekämpfen und die Scharia in den von ihnen eroberten Gebieten einzuführen. Die Ausdehnung des eroberten Territoriums über den Norden hinaus und die Drohung, Mali zu einem Afghanistan Afrikas zu machen, führte zur Intervention des Westens in Form starker militärischen Präsenz, zu der auch eine Einsatzgruppe der Bundeswehr gehört.  

ZENTRALSTAAT

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ABER KEINE

INSEL DER SEELIGEN

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Mali ist ein Binnenstaat in Westafrika mit einer Fläche von fast 1,25 Mio. Quadratkilometern und einer Bevölkerung von etwas mehr als 14,5 Mio. Einwohnern. Das Land ist also mehr als dreimal so groß wie Deutschland, hat aber nur knapp 1/5 seiner Einwohner.

Als Binnenstaat hat Mali keinen direkten Seezugang, dafür aber 7 Landesgrenze. In friedlichen Zeiten sind angrenzende Länder ein Segen mit regem Handel und reichem Kulturtransfer. In Krisenzeiten stellen sie permanente Unsicherheitsfaktoren dar. Hätte Mali direkten Meerzugang oder krisensichere Anrainerstaaten, würden Hilfscontainer beispielsweis in etwa drei Wochen nach Anlandung am Bestimmungsort eintreffen. Die Zustellung eines Transports aus Deutschland über einen der westafrikanischen Seehäfen – falls er nicht wegen aktueller Kriegshandlungen geschlossen ist – dauert oft mehrere Monate und ist mit komplizierten Formalien, Korruption und teuren Inlandsgebühren, die oft mehr als die reinen Transportkosten ausmachen, verbunden.

 

In vielen angrenzenden Staaten bestimmten Kriegs- oder Bürgerkriegszustände den Alltag. Bis heute zieht das eine kaum vorstellbare Flüchtlingsproblematik nach sich. Die ausgeprägte Familienorientierung der malischen Bevölkerung hat zur Folge, dass es nicht unnormal ist, wenn eine Familie bis zu 20 Angehörige ihrer Familie aus anderen Ländern aufnimmt und sie über längere Zeit hinweg versorgt. Diese Menschen sind häufig extrem geschwächt, verletzt und ansteckend krank. Das führt zu einer zusätzlichen Belastung der normalerweise schon stark unterversorgten Bevölkerung.      

BÜRGERKRIEG

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WENN DAS UNNORMALE
ZUM NORMALEN WIRD

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Obwohl die terroristischen Aktivitäten sich zunächst auf den Norden konzentrierten, erlebt auch der Süden und die Hauptstadt Bamako immer wieder gezielte Aktionen unterschiedlicher Milizen mit Anschlägen auf Militärstationen, öffentliche Gebäude und Hotels. Man spürt das Klima der Verunsicherung, Angst und Depression überall. Genau das ist ein Ziel der Djihadisten. Nicht selten waren wir bei Konsultationen mit unseren malischen Verantwortlichen die einzigen Gäste in der Unterkunft in Bamako. Viele Länder – auch das Auswärtige Amt in Berlin - haben Reisewarnungen ausgesprochen.

 

Die unmittelbare Folge davon war, dass wir einige, konkret geplante medizinische Hilfseinsätze absagen mussten. Die Gefahr war einfach zu groß und die Verantwortung zu hoch. Viele Ausländer verlassen das Land und der Tourismus ist fast völlig zum Erliegen gekommen. Leider kehren auch jede Menge hoffnungsvolle junge Malier ihrem Land den Rücken. Sie sehen vor Ort keine Perspektiven mehr und versuchen wo auch immer „ihr Glück“. Das hat katastrophale Versorgungslücken zur Folge. Meistens bleiben Frauen mit ihren Kindern und alte Leute zurück, die mit der Verantwortung für die Familien in vielen Fällen komplett überfordert sind. 

Deshalb gibt es neben medizinischer Hilfe und pädagogischer Grundlagenarbeit ein übergeordnetes Ziel bei unserer Entwicklungshilfe: Es geht darum, dass Menschen wieder Hoffnung haben und eine Perspektive für sich und ihre Familie sehen, statt ihrem Land den Rücken zu kehren.

SPÜRBARE VERÄNDERUNGEN

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