Unsere Patienten

Damit Menschen wieder Hoffnung haben

Krankengeschichten – Überlebensgeschichten
Jeder Patient und jede Patientin, die auf unsere Krankenstation kommen, haben ihre eigene, oft ziemlich tragische Geschichte. Für viele ist es nach der Behandlung eine Geschichte mit gutem Ende und glücklichem Ausgang.

Zwei Lebensgeschichten von vielen machen deutlich, wie segensreich sich unsere Arbeit für Kranke auswirkt, die unter normalen Umständen wenige Chancen auf Hilfe hätten.
Fartomuta ist eine junge Frau in Timbouktou. Sie hatte sich einen Dorn in den Fuß getreten, der sich rasch entzündete. Nach Wochen ohne medizinische Behandlung war aus dem Fuß  ein dicker, übel riechender Klumpen geworden.
Ihr Mann hatte sie deshalb verstoßen und die junge Frau musste in der Wüste in einer Strohhütte leben. Über eine Verwandte in Bamako hörte sie von unserer medizinischen Arbeit. Es waren noch eine Reihe ermutigender Telefongespräche nötig,
bis die hoffnungslose Frau spürte, dass das Ärzteteam aus Deutschland, das in Dougourakoro bald den ersten Hilfseinsatz auf unserer neuen Krankenstation durchführen würde, vielleicht auch ihre Chance sein könnte.
Fartomuta machte sich auf die 100 Kilometer lange Reise und saß dann als erste Patientin vor der Tür unserer Krankenstation. Unsere Ärzte  mussten den Fuß zwar amputieren, doch für Fartomuta begann dennoch ein neues Leben.
In vielen Jahren chirurgische Tätigkeit haben unsere Mediziner noch nie eine so glückliche Amputierte erlebet. Die Wunde heilte ohne Infektion und es war ein außergewöhnliches Erlebnis, die Freude Fartomutas miterleben zu können.
Mittlerweile wurde ihr von Freunden in Deutschland eine Beinprothese finanziert. Fartomuta ist wieder verheiratet, hat zwei Kinder und kommt regelmäßig zu Besuch auf die Krankenstation.
Jedes Mal bringt sie entweder Gebäck oder Obst mit, um ihre Dankbarkeit für das neue Leben, das sie gefunden hat, zum Ausdruck zu bringen. Wunderbar!

Amadou war ein junger Mann, der einen fußballgroßen Tumor auf dem Rücken hatte. Wegen der Schmerzen und weil er schon so lange verspottet wurde, hatte er sich eigentlich vorgenommen, Selbstmord zu begehen.
Eine Operation konnte seine Familie sich nicht leisten. Eine Frau aus dem Dorf hatte ihm davon erzählt, dass es bei uns Hilfe gab und ein medizinischer Einsatz stattfinden würde.
So stand er einige Zeit später auf unserem Hof – eingeschüchtert und scheu – aber mit einer leisen Hoffnung in den Augen. Amadou war einer der ersten Patienten, die wir operierten und seine Freude war unbeschreiblich.
Es war wie ein neues Leben, als er befreit von seiner Last, Abschied nahm.

Viele Patienten kommen von weit her und können es oft kaum begreifen, dass Menschen von Europa kommen und für sie da sind. Kompetente, respektvolle und ehrliche Behandlung sind in Mali selten.
Deshalb ist es etwas außergewöhnliches, wenn die operierten Patienten in ihre Dörfer zurückkommen und von Christen erzählen, die ohne eigenen Vorteil für sie da waren.